Auf einen Blick
- Der Angebotspreis entscheidet über Vermarktungsdauer und erzielbaren Erlös.
- Grundlage ist der Verkehrswert – der objektive Marktwert zum Stichtag.
- Zu hoch angesetzt bleibt die Immobilie liegen und „verbrennt"; zu niedrig verschenkt Vermögen.
- Eine unabhängige Einschätzung erfolgt ohne Verkaufs- oder Provisionsinteresse.
Warum der richtige Preis entscheidet
Der Angebotspreis steuert, wie schnell und zu welchem Ergebnis eine Immobilie verkauft wird. Ein zu hoher Preis schreckt Interessenten ab und lässt das Objekt am Markt „liegen bleiben"; ein zu niedriger Preis verschenkt bares Vermögen. Beide Fehler lassen sich mit einer soliden Wertermittlung vermeiden.
Die höchste Aufmerksamkeit erfährt eine Immobilie in den ersten Wochen der Vermarktung – ein überhöhter Einstieg verspielt genau diese Phase. — Grundregel der Preisfindung
Grundlage für einen realistischen Angebotspreis ist der Verkehrswert – der objektive Marktwert der Immobilie zum Stichtag. Von ihm ausgehend lässt sich der Angebotspreis mit etwas Verhandlungsspielraum festlegen.
Angebotspreis, Verkehrswert, Kaufpreis
Bei der Preisfindung werden häufig drei Begriffe vermischt, die sich klar unterscheiden. Erst ihr Zusammenspiel ergibt eine tragfähige Strategie.
Die drei Begriffe im Überblick:
- Verkehrswert
- Der objektive Marktwert der Immobilie zum Stichtag – die neutrale Ausgangsgröße.
- Angebotspreis
- Der in der Vermarktung geforderte Preis; meist mit etwas Verhandlungsspielraum über dem Verkehrswert.
- Kaufpreis
- Das tatsächlich erzielte Verhandlungsergebnis – er kann über oder unter dem Angebotspreis liegen.
Wie sich der Preis ermitteln lässt
Für die Herleitung des Preises stehen je nach Anspruch verschiedene Wege offen – von der schnellen Orientierung bis zum belastbaren Nachweis:
Marktwertanalyse
Eine kompakte, datenbasierte Einschätzung als schnelle Orientierung für den Angebotspreis.
Vergleichspreise
Tatsächlich erzielte Kaufpreise ähnlicher Objekte, etwa aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses.
Verkehrswertgutachten
Ein belastbarer, nachvollziehbarer Wert, wenn ein Nachweis gegenüber Dritten benötigt wird.
Was den erzielbaren Preis beeinflusst
Mehrere Faktoren bestimmen, welcher Preis am Markt tatsächlich erzielbar ist:
- Lage. Makro- und Mikrolage, Umfeld und Infrastruktur wirken am stärksten auf den Preis.
- Zustand und Modernisierung. Bausubstanz, Sanierungsstand und energetische Qualität.
- Größe und Grundriss. Wohnfläche, Schnitt und die Nutzbarkeit der Räume.
- Ausstattung. Qualität von Bädern, Böden und Technik sowie Extras wie Balkon oder Stellplatz.
- Marktlage. Aktuelle Nachfrage, Angebot und Finanzierungszinsen zum Verkaufszeitpunkt.
Preisstrategie und typische Fehler
Der häufigste Fehler ist ein zu hoher Einstiegspreis in der Hoffnung, „nach oben" zu verhandeln. Interessenten bleiben aus, das Objekt gilt nach einigen Monaten als „Ladenhüter", und am Ende wird oft unter Wert verkauft. Besser ist ein marktgerechter Preis, der Nachfrage erzeugt.
Eine belastbare Orientierung gibt die Marktwertanalyse. Mehr zum Anlass finden Sie unter Kauf oder Verkauf; die Grundlagen erklärt der Beitrag Was ist der Verkehrswert?.
Neutrale Einschätzung ohne Verkaufsinteresse
Anders als eine Maklereinschätzung, die auf den Auftrag zielt, erfolgt die Bewertung durch ein unabhängiges Sachverständigenbüro ohne Verkaufs- oder Provisionsinteresse. Sie erhalten einen realistischen Wert als sachliche Grundlage für Ihre Preisstrategie.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Wertermittlung. Der tatsächlich erzielbare Preis hängt von Markt und Objekt ab; maßgeblich sind stets die konkreten Umstände zum jeweiligen Stichtag.
